Mut zur Selbstverwirklichung – Ein Interview mit Elias Fischer vom Lebeblog

Selbstverwirklichung – spielt das eine Rolle in deinem Leben? Willst du dich selbst verwirklichen, dein eigenes Ding machen und dein eigenes Leben kreieren?

Ich für meinen Teil merke, je mehr ich den Mut habe, wirklich ich selbst zu sein und das zu tun, was sich für mich richtig anfühlt, desto glücklicher werde ich auch.

Ich freue mich riesig, dass ich Elias Fischer, der in Büchern, Seminaren und auf dem Lebeblog seine Erkenntnisse teilt, einige Fragen stellen konnte. Wenn du erfahren willst, wer Elias ist und welche Tipps er rund um das Thema Selbstverwirklichung für dich hat, dann lass dir das Interview nicht entgehen!

Los geht’s!

Wer bist du und was machst du?

Ich heiße Elias, verwirkliche mich selbst und gebe auf diesem Weg meine Erfahrungen gleich an andere weiter, die ebenfalls mehr vom Leben wollen. So blogge ich, schreibe Bücher, gebe Vorträge und Workshops. Mein Job ist es, eine Flamme der Lebendigkeit in den Menschen wieder zu entfachen und ihnen Wege zu zeigen, mit denen sie „ihr Feuer“ am Laufen halten.

Warum hast du den LebeBlog gegründet und was willst du mit ihm erreichen?

Der Blog entstand aus dem Bedürfnis, meine Erfahrungen zu teilen. Ich wünschte mir, dass auch andere in den Genuss dieser tieferen Erkenntnisse und Erfahrungen kommen. So bekommt das Leben eine neue Bedeutung, einen tieferen Sinn und Lebendigkeit. Nach vier Jahren kann ich sagen, dass das Ganze von Erfolg gekrönt ist und dass das genau die richtige Idee war.

Was war der Auslöser für dein heutiges Leben?

Irgendwie habe ich schon immer gespürt, dass das Treiben der Menschen hier auf der Erde nicht ganz von Wahrheit und Liebe geprägt ist. Weil jedoch „alle“ dieses Spiel spielen und ich keinen kannte, der Bescheid wusste, fühlte ich mich alleine und ausgeliefert. Das änderte sich, als das Buch „Eine neue Erde“ von Eckhart Tolle in meine Hände fiel. Ich dachte mir: „Ach Gott sei Dank, ich bin doch nicht alleine.“ Und das war dann auch der Startschuss für den LebeBlog.

Du hast ein Buch geschrieben: „Dinge, die ich mit 18 gerne gewusst hätte“. Worum geht es darin und wie kann es jungen Menschen helfen?

Ich wusste im Prinzip bis zu meinem 27. Lebensjahr nicht genau, wer ich bin und warum die Menschen so komisch sind. Diese Lücke wollte ich mit dem Buch schließen. Es enthält alle Erkenntnisse, die ich damals am Anfang meines Weges gemacht habe. Durch das Verstehen der Welt, können wir auch gleichzeitig uns selbst verstehen, denn wir funktionieren im Prinzip alle gleich. Wir alle haben ein illusionäres Selbstbild – das Ego – das uns von der Wahrheit und vom Glück abhält. Dies zu erforschen und zu durchschauen ist eine Reise in sich selbst, die zu mehr Wahrheit und Erfüllung führen kann.

So kann es den Menschen helfen, weil es eine Brücke bildet, um die Verbindung zu sich selbst zu stärken. Wenn wir richtig mit uns selbst verbunden sind, wissen wir, was zu tun ist und können uns vollständig und lebendig leben.

Was rätst du Schulabgängern, die ihren eigenen Weg gehen wollen?

Ich würde ihnen das raten, was ich allen rate: Höre auf dein Herz! Entscheide dich für das, was sich lebendiger anfühlt. Wir haben immer Optionen, aus denen wir wählen können. Es sei denn, wir sind zu wenig in Bewegung und bekommen zu wenig Einflüsse.

Heutzutage ist es eben nicht so leicht, Einflüsse zu erhalten, die wirklich Qualität haben. Schule, Medien und Internet bieten erst mal viel Schrott, den wir für unser Leben nicht brauchen. Klar ist es gut, rechnen, schreiben und lesen zu können, aber darüber hinaus sollten wir vermehrt unserer wirklichen Freude folgen und es tunlichst vermeiden, unseren wertvollen Geist mit Informationen zu verunreinigen, die wir nicht brauchen oder die uns sogar noch schaden, wie z.B. destruktive Filme, Computerspiele, Nachrichten, usw.

Besinne dich auf das Wesentliche. Was ist jetzt in diesem Moment? Was fühlst du? Sehnt sich dein Körper nach Bewegung? Sehnt sich dein Geist nach Wissen? Möchte sich deine Kreativität ausdrücken? Möchtest du etwas erschaffen? Möchtest du alleine sein oder in Kontakt gehen?

Mache dir also klar, was du vom Leben willst und was für dich jetzt in diesem Moment ansteht, dein Gefühl und deine Stimmung werden es dir immer verraten. Höre darauf. Dein Bauchgefühl und die Stimme deines Herzens sind die wichtigsten Ratgeber auf deinem Weg der Selbstverwirklichung.

Lass dich von den „Erwachsenen“ nicht so sehr bequatschen, sondern beginne so früh wie möglich dein eigenes Ding zu machen. Erwachsene sind nur dazu da, um sich bei eigenen Herausforderungen einen Rat einzuholen.

Was ist dein Rat für Menschen, die noch nicht den Mut haben, ihr eigenes Ding zu machen und ihre Träume zu verwirklichen?

Zuerst mal muss man sich im Klaren darüber sein, dass es möglich ist. Ja, es ist für dich möglich, das in die Tat umzusetzen, was du im Herzen für richtig und wichtig hältst. Ich sage bewusst im Herzen und nicht im Ego-besessenen Verstand. Das unterscheiden zu lernen ist ein wesentlicher Bestandteil der Selbsterkenntnis.

Die Wünsche des Herzens erkennt man im Prinzip daran, dass sie der reinen Freude entspringen. Auf die Frage, warum du das machen willst, kannst du dann nur antworten: „Es macht mir Freude. Es erfüllt mich.“ Ruhm, Ehre, Ansehen, Bestätigung und Geld spielen dabei eine sekundäre Rolle und sind dabei niemals essentiell wichtig.

Wenn du deine Herzenswünsche erkannt hast, mache dir klar, welche Schritte, Tugenden und Gewohnheiten dich zu diesem Ziel bringen. Das wird dann zum Zentrum deines Lebens. Mache die Schritte dabei so klein, dass du dir immer zutraust, es zu machen. Und dann gilt nur noch: Just do it!

Früher oder später wirst du es einfach tun, weil du deine Lebenszeit nicht länger verschwenden willst und deine Selbstverwirklichung eine immer größere Priorität gewinnt. Du erkennst, dass das der einzige Grund ist, warum du hier auf der Erde bist und an diesem Spiel teilnimmst.

Du nennst dich Coach für Selbstverwirklichung. Warum spielt Selbstverwirklichung so eine große Rolle für dich?

Wie gesagt, dafür bin ich hier. Selbstverwirklichung bedeutet für mich, mich stets zu erforschen und dabei zu erkennen, was zu meinem Leben gehört und was nicht. Wenn ich mich nicht selbst verwirkliche, lebe ich das Leben eines anderen, oder besser gesagt der anderen: Arbeiten, Filme schauen, Essen, Freitags feiern gehen und am Wochenende etwas unternehmen. Wenn man nicht sich selbst lebt, kann das auf Dauer ziemlich langweilig werden. Ich fühlte mich dabei leer und mein Tun sinnlos.

Selbstverwirklichung bedeutet, in jedem Moment am richtigen Ort zu sein und das Richtige zu tun. Und das ist einfach nur das, worauf ich gerade von Herzen wirklich Lust habe. Das kann auch bedeuten, dass ich einfach nur in der Sonne sitze und meditiere. Es geht also nicht darum, immer etwas zu tun, sondern einfach nur darum, man selbst zu sein.

Wie hast du dich in den letzten Jahren entwickelt und wodurch?

Ich habe mich beruflich und privat weiterentwickelt. Das ist das wesentliche Kriterium für Selbstverwirklichung. An irgendeiner Stelle entsteht immer Wachstum. Die Verbindung zu mir selbst, mein Mut, meine Fähigkeiten und Talente, mein Glücksempfinden usw.

So habe ich mich beruflich weiterentwickelt, indem ich neue Workshop-Konzepte ausprobiere und Vorträge halte. Kurz gesagt: indem ich mich da verletzlich mache, mich meiner Angst stelle und nicht auf sie höre.

Gleiches im Privaten, wo durch das Mitteilen der Gefühle und Gedanken ebenfalls die Fassade des Egos weiter fällt und ein wahrer Kontakt zur Partnerin und Freunden entstehen kann. Die Methoden dafür beschreibe ich im zweiten Buch: „Dinge, die ich mit 21 gerne gewusst hätte“.

Ausschlaggebend dafür war meine innere Sehnsucht nach Wachstum und nach einem wahren Kontakt zu meinen Mitmenschen. Smalltalk hat mir dabei noch nie sonderlich gefallen.

Wie schaffst du es, auf dein Herz und deine Intuition zu hören?

Der Körper und die Gefühle spielen dabei eine große Rolle. In Deutschland sind viele Kopfmenschen unterwegs und ich bin auch einer davon. Wir haben die Herausforderung, den Kontakt zum Körper und zu den Gefühlen zu stärken.

Die Arbeit mit dem Körper ist also wichtig, also im Prinzip alles, wo du deinen Körper bewusst einsetzt und ihn fühlst: z.B. Bewegung, Sport, Sauna, Massage, Berührung, Sex, Meditation, usw. Wichtig dabei ist, dass du dann mit der Aufmerksamkeit in deinem Körper bist und ihn von außen wie von innen wahrnimmst.

Auch meine Einstellung zu meinen Gefühlen hat sich dabei gewandelt. Es gibt dabei nicht mehr die guten und die schlechten, sondern jedes Gefühl ist gleichbedeutend und gleich wichtig. Gefühle gehen alle durch das Herz, und wenn ich ein Gefühl nicht fühle, fühle ich im gleichen Zuge alle anderen nicht mehr. Es macht also keinen Sinn, nur Freude zu erlauben und Schmerz zu unterdrücken.

Wir können dabei die Fähigkeit entwickeln, jedes Gefühl anzunehmen und zu durchfühlen, das jetzt in diesem Moment da sein will. Dann geht es auch wieder von selbst und danach ist immer eine tiefere Erfahrung da, wie z.B. von Freude.

Wenn ich meinen Körper wieder spüre und meine Gefühle wieder da sind, weiß ich in jedem Moment, ob ich am richtigen Ort bin und das für mich Richtige tue. Muss ich eine Entscheidung treffen, spüre ich in mich hinein und erfahre sofort, welcher Weg für mich stimmig ist. So wird mein Körper und mein Gefühlsempfinden zu einer Art Kompass.

Nehmen wir das typische Beispiel „Vor Menschen eine Rede halten“, das ich natürlich auch von meinem Weg kenne. Denke ich daran, könnte da sofort ein mulmiges Gefühl von Angst sein. Aber ich spüre parallel dazu, leicht versteckt in mir, auch eine Sehnsucht, vor Leuten zu stehen und etwas zu erklären. Diese Sehnsucht fühlt sich stimmig an und entfacht eine Lebendigkeit in mir.

Die Formel für die Selbstverwirklichung ist stets mutig der freudigen Lebendigkeit zu folgen, auch im Angesicht der Angst. Wenn dieser Funken der Lebendigkeit nicht da wäre, würde dies nicht zu meinem Weg gehören.

Was willst du den Lesern von StudierDich noch mit auf den Weg geben?

Da ich schon viel erzählt habe, halte ich mich kurz:

  • lerne Meditation
  • erkenne deine illusionäres Selbst mit Hilfe des Enneagramms
  • entscheide dich für Mut und Vertrauen
  • mache dir klar, dass du der wichtigste Mensch in deinem Leben bist
  • glaube deinen Gedanken nicht mehr, sie sind nur ein Werkzeug
  • sei lebendig, weltoffen und neugierig
  • spiele das Spiel des Lebens nach deinen Regeln

Ich wünsche dabei viel Erfolg!

Alles Liebe,

Elias

Elias Fischer ist Autor, Speaker und Coach für Selbstverwirklichung. Er schreibt seit 2011 im LebeBlog über seine Erkenntnisse zu den Themen Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung. Er ist der Auffassung, dass jeder den Plan für sein Leben in sich trägt, der nur noch auf seine Entfaltung wartet. Dies ist der Praxis zu unterstützen, ist sein größtes Anliegen. Sein bekanntestes Buch ist „Dinge, die ich gerne mit 18 gewusst hätte“.

2 Kommentare

  1. Simon

    Selbstverwirklichung bedeuted für mich dem ruf seines Herzens zu folgen ! 🙂

    Antworten

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© 2016 Johannes Eder
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